Johanniterorden

Rhodos war über 200 Jahre lang Stammsitz des Johanniterordens. Im Dienste des Christentums pflegte der Orden nicht nur Kranke, sondern bekämpfte auch die Osmanen. In Jerusalem wurde schon vor dem ersten Kreuzzug (1096-1099) durch eine christliche Bruderschaft ein Hospital für Verwundete und Erkrankte betrieben, welches nach der Eroberung von Jerusalem durch die Kreuzfahrer auch in Europa immer mehr an Bedeutung gewann. Dieses gilt als Ursprung des Johanniterordens. Durch die Gründung weitere Hospitäler an Pilgerwegen verlieh der Papst 1113 der Bruderschaft den Status einen Ordens.

 

Je mehr Ritter in den Hospitälern gepflegt wurden und gesundet sind, umso mehr wuchs das Ansehen des Ordens. Aus Dankbarkeit vermachten die Ritter dem Orden Teile Ihrer Ländereien bzw. die Einnahmen daraus und nicht selten schlossen sie sich dem Orden ganz an. Im Jahre 1291 fiel die letzte Festung der Kreuzritter in die Hände der Moslems, so dass die Ordensritter sich auf die Insel Zypern zurückzogen. Nachdem sie ihren byzantinischen Glaubensbrüdern die griechische Insel Rhodos raubten wurde sie für die nächsten 200 Jahre ihre Heimat.

Etwa 500 bis 600 Männer, alle adliger Herkunft zählte der Orden zu dieser Zeit an Ordensritter, die in acht Zungen gegliedert wurden. Die Zungen hatten nichts mit den Körperteilen zu tun, sondern bezeichneten die nach nationaler Herkunft gegliederten Sektionen des Ordens. In Rhodos-Stadt besaßen die jeweiligen Zungen der italienischen, deutschen, englischen usw. Ritter eigene Herbergen und Mauerabschnitte, die zu bewachen waren.